
Beim Destacking oder Entstapeln handelt es sich um den Prozess, bei dem gestapelte Bauteile oder Objekte aus einem Ladungsträger entnommen werden. Dies ist ein essenzieller Schritt in vielen Produktionsprozessen. Der Vorgang umfasst das Erkennen, Greifen und Vereinzeln von Bauteilen, die oft in unterschiedlichen Positionen und Höhen vorliegen. Variierende Stapelhöhen, Bauteilvariationen und unterschiedliche Orientierung der Objekte machen diesen Prozess besonders anspruchsvoll.

Herausforderungen beim Entstapeln
In der Automobilproduktion ist die Entnahme von Bauteilen aus Ladungsträgern ein wichtiger Arbeitsschritt, der jedoch durch verschiedene Faktoren erschwert wird. Die Bauteile weisen oft reflektierende, metallische Oberflächen auf, welche die optische Detektion erschweren. Hinzu kommt, dass die Höhe der Stapel je nach verbleibender Anzahl der Teile variiert. Diese dynamischen Bedingungen machen eine exakte Abstandsmessung und Positionserkennung unverzichtbar. Zusätzlich steigen die Anforderungen an die Effizienz. Produktionslinien müssen reibungslos laufen und Verzögerungen durch ungenaue Sensorik oder Fehler beim Greifen der Bauteile können erhebliche Kosten verursachen. Eine Lösung, die sowohl die Erkennung der Position als auch die Distanzmessung in einem Arbeitsschritt ermöglicht, wäre ideal, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Vision-Technologie trifft Abstandsmessung
Um die genannten Probleme zu lösen, setzt die moderne Automatisierungstechnik zunehmend auf die Integration von Vision-Sensoren mit Abstandsmessung. Diese Kombination erlaubt es, die Entfernung und die Position von Objekten präzise zu erfassen.
Ein solches System basiert auf einer Kombination aus Bildverarbeitung und Distanzmessung. Die Bildverarbeitung erkennt die genaue Orientierung der Bauteile, während der Laser den Abstand zu dem Objekt misst. Durch diese Integration lassen sich die Vorteile beider Technologien vereinen: eine exakte dreidimensionale Erfassung der Bauteilposition und -lage sowie die schnelle Anpassung an unterschiedliche Stapelhöhen. Der Ansatz reduziert nicht nur die Fehlerrate beim Greifen, sondern minimiert auch die Zeit, die für jeden Greifvorgang benötigt wird. Dies ist für viele Industrien von Bedeutung, darunter auch die Automobilbranche, in der hohe Taktzeiten entscheidend für die Produktivität sind. Zusätzlich wird der Montage- und Kalibrieraufwand durch den Einsatz solcher Systeme reduziert. Für Anwenderinnen und Anwender bedeutet dies weniger Wartungsaufwand, eine schnellere Einrichtung und langfristig niedrigere Betriebskosten.
Entstapeln mit dem Visor Robotic +Z
Ein praktisches Beispiel für die Integration von Vision-Technologie und Abstandsmessung ist der Visor Robotic +Z. Das Gerät kombiniert hochpräzise 2D-Bildverarbeitung mit einem integrierten Projektionslaser für die Abstandsmessung im Bereich von 150 bis 2.500mm. In der Praxis bedeutet dies, dass Karosserieteile in der Automobilproduktion effizient aus Ladungsträgern entnommen werden können. Der Sensor erfasst die exakte Position und den Abstand der Teile, auch bei reflektierenden Oberflächen und variierenden Stapelhöhen. Die Daten werden direkt an die Robotersteuerung übermittelt, wodurch der Roboter sicher und schnell greifen kann. Diese spezifische Lösung reduziert nicht nur die Zykluszeiten, sondern erhöht auch die Genauigkeit, Flexibilität und Prozessstabilität. Durch die kompakte Bauweise ist der Vision-Sensor ideal für die Montage direkt am Robotergreifer geeignet, was den Installationsaufwand weiter minimiert.
