Mensch als wichtigster Innovationsfaktor

Bild 1 | Diskussionsrunde mit dem Fokus auf: Energiekosten, Probleme & Herausforderungen durch die Energiewende.
Bild 1 | Diskussionsrunde mit dem Fokus auf: Energiekosten, Probleme & Herausforderungen durch die Energiewende.
Bild 1 | Diskussionsrunde mit dem Fokus auf: Energiekosten, Probleme & Herausforderungen durch die Energiewende.
Bild 1 | Diskussionsrunde mit dem Fokus auf: Energiekosten, Probleme & Herausforderungen durch die Energiewende. Bild: Janitza Electronics GmbH

Eine Keynote zum Thema Innovation von Ranga Yogeshwar, zehn Fachvorträge zu Praxis- und Forschungsprojekten rund um die Energiewende, dazu eine Expertendiskussion und drei praxisnahe Deep Dive-Workshops: Der Janitza Energy Day 2025 am 30. Januar war ein inspirierender Tag für Fachleute und Expertinnen der Energiebranche. Rund 100 Besucher waren im LiveFrame-Studio in Dreieich anwesend, dazu gesellten sich fast 1.500 digitale Teilnehmer. Die Referentinnen und Referenten brachten unter dem Motto ‚Energiewende: Zwischen Kosten und Innovation‘ die neuste Technik immer wieder in Verbindung mit dem Menschen.

Bild 2 | Patrick Steiss, Energiemanager bei Janitza
Bild 2 | Patrick Steiss, Energiemanager bei JanitzaBild: Janitza Electronics GmbH

Die Herausforderungen von heute

Marcel Karell eröffnete den Energy Day mit seinem Vortrag über die wichtigsten Fakten zur Energiewende. Der Business Development Manager für Energieversorger bei Janitza zeigte, dass die Stromerzeugung in Deutschland so CO2-arm sei wie nie zuvor. Allein für den Ausbau der Verteilnetze aber seien in Deutschland noch Investitionen von 42,3 Milliarden Euro bis 2032 notwendig. Die größte Investition lasse sich aber nicht mit Geld beziffern: „Die Energiewende kostet uns alle Überwindung hin zur Veränderung“, so Karell – und zeigte damit auf den wohl wichtigsten Faktor bei der Energiewende hin: die beteiligten Menschen. Diesen Gedanken nahm auch Harald Weinert in der folgenden Diskussionsrunde auf, in der Vertreter verschiedener Wirtschaftszweige einen genaueren Blick auf die Herausforderungen und Chancen der Energiewende warfen. „Die Energiewende ist ein Führungsthema“, sagte der Projektleiter für Großprojekte bei der Mercedes-Benz Group. Man könne hervorragende technische Lösungen einführen, „wenn man aber niemanden dafür begeistern kann, haben wir nichts gewonnen. Wir müssen es schaffen, die breite Masse mitzunehmen“, so Weinert.

Bild 3 | Wissenschaftsjournalist und Keynotspeaker Ranga Yogeshwar
Bild 3 | Wissenschaftsjournalist und Keynotspeaker Ranga YogeshwarBild: Janitza Electronics GmbH

Die Lösungen von heute

In einem weiteren Teil des Energy Day 2025 zeigten verschiedene Unternehmen ihre in der Praxis schon umgesetzten Lösungen für Herausforderungen der Energiewende. Den Anfang machte Patrick Steiss, Energiemanager bei Janitza. Janitza habe am Standort Lahnau rund 280 Messstellen verbaut und könne durch intelligentes Lastmanagement die Verteilung des ohnehin schon erneuerbar hergestellten Stroms sinnvoll steuern. Zudem erhöhe Janitza konsequent seinen Autarkiegrad: „Wir können mit unserer Photovoltaik mittlerweile unseren Eigenbedarf zeitweise zu 100 Prozent decken – und zusätzlich ins Netz einspeisen“, so Steiss. Bis 2030 will Janitza seine energiebedingten Emissionen auf null reduzieren. Der Energiemanager der Firma Karl Storz, Robin Dierich, zeigte, wie sein Unternehmen die Energieverluste entlang der Wertschöpfungskette identifiziert und darauf aufbauend ein effektives Energiemonitoring aufgebaut hat. Zusammen mit dem passenden Energiecontrolling lassen sich Einsparungen von über 150.000kWh pro Jahr am Standort erzielen. Nils Baumann, Produktmanager bei der Delta Controls Germany, erklärte, dass mithilfe von intelligenter Gebäudeautomation in Bestandsgebäuden enorme Energiemengen eingespart werden können. Bauman sprach von 13 Prozent Einsparung bei der Elektroenergie, 30 Prozent bei der Heiz- und 43 Prozent bei der Kühlenergie. Der Rechenzentrumsplaner Peter auf dem Graben beschrieb den positiven Wandel, den Rechenzentren gerade auch mit einer modernen Wasser- statt Luftkühlung verfolgen. Die anfallende Abwärme lasse sich im Wasser effizienter nutzen: „Wir erreichen Temperaturen, die wir sehr gut weiterverwenden können: Fernwärmenetze, Bäder nebenan und Energie für Prozesswärme“, sagte auf dem Graben.

Bild 4 | Fragen, die über den Zuschauer-Chat eingegangen sind, fanden Antworten in der offenen Runde.
Bild 4 | Fragen, die über den Zuschauer-Chat eingegangen sind, fanden Antworten in der offenen Runde.Bild: Janitza Electronics GmbH

Ein persönlicher Einblick von Ranga Yogeshwar

Einen sehr menschlichen Einblick in die Zukunft und Notwendigkeit der Energiewende gewährte auch Wissenschaftsjournalist und Speaker Ranga Yogeshwar in seiner Keynote mit dem Titel „Emils Welt – Wie verändert Innovation unsere Zukunft?“ Emil ist einer seiner Enkel, bei dessen Geburt Yogeshwar klar wurde: „Wir reden gerne über Zukunft und parken gerne unsere Probleme dort. Diese Generation wird die Zukunft selbst erleben.“ Dass die Auswirkungen des Klimawandels jedoch schon längst auch in Deutschland zu spüren sind, zeigte Yogeshwar mit einem Video von 2021 aus seinem Wohnort südlich von Köln: Die Dorfstraße hatte sich durch einen Starkregen in einen reißenden Bach verwandelt. Nur kurz danach kam es zur Flutkatastrophe im Ahrtal und in ganz West- und Mitteleuropa. „Die Vorzeichen des Klimawandels, die wir immer sehr weit wegpushen, die sind heute ganz nah“, so Yogeshwar. Die größte Herausforderung, die notwendige Energiewende mit innovativen Lösungen voranzutreiben, sah auch er nicht in der passenden Technik. Yogeshwar zitierte den britischen Ökonomen John Maynard Keynes: „Das größte Problem der Menschen ist nicht, neue Ideen anzunehmen, sondern sich von den alten Ideen zu verabschieden.“

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